Körper und Gesundheit
Gleich vorab, auch wenn der Artikel „Körper und Gesundheit“ heißt, wirst du hier keinen einzigen Gesundheitstipp finden.
Wenn du etwas über scharfe Ingwer-Möhren-Shots oder eine kräftige Eigenurin-Therapie wissen willst, dann belies dich bitte woanders. Ja, diese gelbe „Therapie“ gibt es wirklich. Und nein, ich würde diese niemals machen. Warum auch?
Ich werde hier auch nicht erklären, wie du in 5 Wochen und 2 Tagen einen Sixpack-Körper bekommst. Mir reicht mein Nixpack-Körper völlig aus. Und trotzdem wird es hier um körperliche Gesundheit gehen. Und um die Fragen, die ich mir schon lange stelle. Denn der Körper ist in meinen Augen einfach ein Wunderwerk der Natur und es könnte sein, dass wir etwas ganz Entscheidendes übersehen.
Stell dir vor, du hast ein Haus. Oder sagen wir einen Tempel. Der Körper gilt ja oft als Tempel für die Seele oder sowas. Also stell dir vor, du hast so einen coolen Tempel.
Lustig. Gerade hatte ich hier noch „richtig fetten, coolen Tempel“ stehen, aber das könnte missverstanden werden.
Jedenfalls hat dein Tempel irgendwann ein Loch im Dach. Ein größeres. So einen richtigen Dachschaden halt. Und immer wenn es regnet, steht dein Schlafzimmer unter Wasser.
Was machst du dann als Tempelbesitzer?
Du stellst nen Eimer drunter. Wischst das Wasser weg. Du kaufst immer bessere Eimer und wirst immer schneller im Wegwischen. Du beginnst vielleicht sogar deine Möbel wasserfest zu bauen oder sie mit Folie und Abdeckplanen zu schützen. Du holst dir Leute, die dich beraten und dir helfen, die perfekte Wischtechnik zu entwickeln. Nur, nach oben schaut keiner und das Loch im Dach bleibt offen. Klingt verrückt, oder?
Ja, finde ich auch.
Nur scheint mir das eine richtig gute Metapher für unser Verständnis für Gesundheit und Krankheit zu sein. Versteh mich nicht falsch, es ist wichtig, das Wasser aufzuwischen und alles zu trocknen. Und wir sind richtig gut darin geworden, den Mopp zu schwingen. Keine Frage. Das sage ich voller Anerkennung. Es ist cool, was wir bei Krankheiten heute alles machen können.
Dennoch denke ich, dass wir sehr schlecht darin geworden sind, den Körper einfach mal machen zu lassen. Ein einfaches Beispiel: Du schneidest dir ein paar Zitronenscheiben für einen Long Island Iced Tea und schneidest dir dabei in den Finger. Don´t drink with knife. Jetzt rennst du los. Ausspülen. Desinfektionsspray drauf, Pflaster drauf und stündlich kontrollieren, ob sich auch ja nix entzündet...
Nur, der Schnitt würde auch ohne diese „Behandlung“ heilen. Oder?
Unser Körper hat großartige Selbstheilungskräfte! Und ich denke, wir vertrauen diesem Wunderwerk manchmal zu wenig. Jetzt in diesem Moment arbeiten Billionen Zellen an Billionen Prozessen und alle machen irgendwie, was sie zu tun haben. Und sie arbeiten perfekt zusammen. Wie cool ist das bitte?
Oder stell dir vor, du bist herzkrank. Und ich gebe dir Zucker und sage dir, dass der Zucker dir bei deinem Herzproblem helfen wird. Und er hilft. Es hilft, obwohl es Zucker ist. Natürlich will ich dir jetzt nicht empfehlen, Zucker zu nehmen, ich wollte nur den Placebo-Effekt verdeutlichen.

Guut, beim echten Placebo-Effekt sage ich dir vorher nicht, dass es Zucker ist. Und ich presse den Zucker noch in Tablettenform, um dich maximal zu verwirren.
Statt einen echten Wirkstoff bekommst du also Zucker und trotzdem wirkt es! Wie verrückt ist das bitte?
Was wirkt da genau? Deine... was? Erwartungshaltung? Dein Glaube? Deine Gedanken? Was? Deine Selbstheilungskräfte? Sicher. Auch, ja.
Placebo-Gruppen sind nicht ohne Grund für Studien nicht mehr wegzudiskutieren.
Das Ganze gibt es auch umgekehrt. Der Nocebo-Effekt. Da gab es mal einen Fall bei einer Medikamentenstudie, wo jemand sich alle „Herztabletten“ reingepfiffen hat, in der Hoffnung daran zu sterben. Und der Körper reagierte auch entsprechend. Er kam ins Krankenhaus, als kardiologischer Notfall. Bis jemand ihn aufklärte und ihm sagte, dass er in der Placebo-Gruppe war. Und der Körper beruhigte sich schnell.
Da hätten ihn ein paar Zuckerpillen fast umgebracht! Also nicht der Zucker, sondern das, was er über den Zucker glaubte, hätte ihn fast das Leben gekostet. Was hätte wohl auf seinem Totenschein gestanden? Tod durch Denkstörung? Zuckerschock?
Nocebos und Placebos funktionieren, weil an die Wirkung und Nebenwirkungen geglaubt (!) wird.
So gut wie jedes Medikament hat einen langen Beipackzettel, der ausführlich vor allen möglichen Nebenwirkungen warnt. Sogar ein Pflaster kann Nebenwirkungen haben. Was ich sehr interessant finde, denn das zeigt mir, dass wir den Körper und Gesundheit bisher nicht vollständig verstehen. Würden wir vollständig verstehen, was den Körper krank macht und wie er funktioniert, dann könnten wir auch sehr gezielte Medikamente herstellen, ohne Nebenwirkungen. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und behaupte, wenn wir verstehen würden, wie der Körper und wie Gesundheit funktioniert, dann bräuchten wir keine Medikamente mehr. Außer bei Unfällen.
Also wie läuft das im Moment? Wir tun so, als ob wir über alles Bescheid wissen und greifen dann in Prozesse und Abläufe ein, die wir nicht vollständig verstehen. Und wundern uns dann, dass wir keine langfristige Gesundheit herstellen können?
Selbst wenn ich in die ICD schaue, die Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, dann finde ich immer drei Dinge:
1) Ursache unbekannt oder,
2) Ursache vielfältig oder,
3) Ursache ist wahrscheinlich dies und das.
Unbekannt, vielfältig, wahrscheinlich.
Klar haben wir schon sehr viel herausgefunden, aber es gibt auch noch so viel Unbekanntes.
Und dann kommt in der heutigen Zeit immer noch der Faktor „Stress“ hinzu. Der, je nach Quelle, an bis zu 90% der Erkrankungen zumindest mit beteiligt ist. Und die scheinbar logische Konsequenz heute ist, dass wir versuchen, den Stress zu reduzieren oder uns aktiv zu entspannen. Um das Thema Stressabbau hat sich eine riesige Industrie gebildet. Neben mir steht zum Beispiel ein Duft Roll-On namens „Stressfrei“ und der enthält „beruhigenden“ Lavendel. Der riecht ganz gut, ja, aber gegen Stress hilft der definitiv nicht.
Und da sind wir wieder beim Tempel. Wir können das Wasser aufwischen, also den Stress reduzieren oder wir schauen, wie der Stress überhaupt entsteht. Wobei, das ist nicht ganz richtig formuliert. Wie der Stress entsteht, das wissen wir. Scheinbar. Wir kennen zumindest die Auslöser. Der Job stresst. Die Familie stresst. Der Einkauf stresst. Der Haushalt stresst. Kinder, Partner, Haustiere, die Eltern und so weiter. Aber die echte, wahre Ursache von Stress, über die redet so gut wie niemand. Und um die kümmert sich auch niemand. Und das ist das Interessante, was mich hier auf dem Blog beschäftigt.

Ich meine damit nicht, die alternativen Erklärungen für das Entstehen von Krankheiten. Ich habe hier zum Beispiel einen fetten Wälzer im Regal, der sich mit den angeblichen seelischen Ursachen von Krankheiten beschäftigt. Ja, auch in diese Richtung habe ich schon vieles hinterfragt. Auch Karma und Seelenplan und der ganze spirituelle Blödsinn. Ich denke, etwas Entscheidendes an dieser Art der Ursachenerklärung stimmt ganz gewaltig nicht. Denn wenn ich das Buch aufklappe, egal an welcher Stelle, sehe ich nur eine bestimmte Ursache.
Es gibt aus meiner momentanen Sicht, keine seelischen Ursachen, keine seelischen Wunden, die Seele weint auch nicht und hat auch keine dunklen Seiten. Die Seele hat keinen Plan, kein Karma und muss auch nichts lernen. Im Gegenteil. Die Seele ist nicht die Ursache von Krankheiten. Es ist eher so, dass die Seele der Ursprung von Heilung und Gesundheit ist. Und das meine ich jetzt nicht esoterisch.
Wir sind Seele bzw. Bewusstsein. Genauer gesagt, sind wir Bewusstsein und haben einen Körper und einen Geist oder Verstand. Dass wir Bewusstsein sind, das kann man direkt erfahren. Auch ohne jahrelange Meditation oder sonstigen Hokuspokus. Dazu muss ich sagen, dass ich das Wort „Seele“ und „Bewusstsein“ synonym benutze. Der Name ist im Grunde egal, da wir „Bewusstsein“ oder „Seele“ ohnehin nicht vollständig verstehen.
Ich denke, dass der Körper von Natur aus auf Gesundheit ausgerichtet ist und ich denke, er kommt immer dann aus dem Takt, wenn wir uns zu sehr auf „Unnatürliches“ konzentrieren.
Was meine ich mit „Unnatürliches“?
Ich gehe davon aus, dass Gesundheit von Natur aus da wäre, genau wie Lebensfreude auch, und wenn sie nicht mehr da sind, dann scheint es Störungen des Natürlichen zu geben. Wie gesagt: Ich habe keine fertigen Antworten, nur eine Ahnung und viele Fragen. Und diese Ahnung untersuche ich hier.
An dieser Stelle will ich ausdrücklich klar stellen, dass ich nicht behaupte, dass alles heilbar ist, wenn wir diese Störung finden!
Wenn wir zu viel kaputt gemacht haben, dann müssen wir weiter wischen. Aber vielleicht können wir viele Dinge sein lassen, die unser Dach zerbröseln, wie einen zuckerfreien Haferkeks.
Mich interessiert vielmehr die Frage, ob ich dazu beitragen kann, den Körper eben nicht zu stören und ihn seine natürlichen Dinge tun zu lassen. Und mich interessiert, was ihn stört. Weil er eben ein Wunderwerk ist, das wir nicht vollständig verstehen. Genau wie ich finde, dass Bewusstsein ein Wunder ist.
Mit „Wunder“ meine ich nicht zwangsläufig etwas „Übernatürliches“ oder Wissenschaftsfeindliches, sondern etwas, das in seiner Ordnung, Komplexität, Wirkung und Lebendigkeit unser vollständiges Begreifen komplett übersteigt.
Was wäre, wenn Gesundheit nicht etwas ist, das wir herstellen müssen, sondern etwas, das der Körper ohnehin anstrebt, solange wir ihn nicht daran hindern?
Wenn du aufgepasst hast und ich nicht völligen Stuss geschrieben habe, dann weißt du, dass ich sowohl Körper als auch Bewusstsein als etwas Natürliches ansehe. Was bleibt dann also zu klären? Genau, der Geist bzw. unser Verstand. Unser Denken und vor allem das Glauben. Das Denken ist nicht unbedingt das Problem. Du kannst denken, was du willst und dich damit wohlfühlen. Nur frag dich mal, was es braucht, um überhaupt Stress zu empfinden. Stress entsteht nicht einfach so. Stress ist nicht natürlich. Stress beeinflusst unseren Körper und unsere Gesundheit aber massiv. Was wäre, wenn wir nix mehr in unseren geistigen Rucksack packen? Und nichts mehr mit uns herumschleppen. Eben ein Nixpack-Körper. Ja, ich weiß, seltsames Wortspiel. Aber bleibt hängen, oder? Es lohnt sich auf jeden Fall, dieses Thema einmal ganz genau anzuschauen.
Ich werde mich in weiteren Artikeln damit ausführlich befassen und sie später hier verlinken. Bis dahin, pack dir bitte nix in deinen (geistigen) Rucksack, dein Körper wird es dir danken.
