Das Gefühl, professionelle Hilfe zu brauchen?
Das kennst du bestimmt auch. Du hast ein Problem, denkst kurz über eine Lösung nach. Dir fällt keine ein, weil das Problem so kompliziert erscheint. Und dann denkst du: „Ich brauche wohl professionelle Hilfe“.
Mir ging das jedenfalls so, vor vielen Monden zwar, aber ja. Ich saß da, genervt von meinem Job und dachte plötzlich, ich muss meine Berufung finden. Klang gut, klang wichtig, klang groß. Und da mir spontan keine Berufung einfiel, kaufte ich ein Buch darüber. Gut, es blieb nicht bei dem einen Buch, es folgten noch viele weitere und ganz viel Zeitverschwendung.
Dann schauen wir doch mal, ob es mit der supertollen, effizienten NIPPL-Methode anders gelaufen wäre. :-D

Das Problem #002
Das Gefühl, professionelle Hilfe zu brauchen.
Drüber lustig machen (wichtig!)
Lass mich das mal klar stellen: Weil ich ohne Hilfe nicht weiter komme, suche ich jetzt Hilfe, um ohne Hilfe weiter zu kommen? Oder? Hat das eigentlich schon mal jemand hinterfragt, oder nur „professionell“ begleitet?
Die Nocebo-Idee (Klingt logisch… macht alles schlimmer. )
„Ich brauche dringend professionelle Hilfe!“
Klingt erstmal logisch. Wie es auch für mich damals total logisch klang mir einen entsprechenden Ratgeber zu kaufen. Hat der Ratgeber geholfen? Nein. Kaufte ich noch mehr? Ja. Haben die geholfen? Nein. Die logische Idee hat es also schlimmer gemacht. Viel schlimmer.
Vielleicht ging es nie um die Berufung. Vielleicht hab ich nur mein Ego beim Ausflippen und sich wichtig machen beobachtet. Und mich zu sehr davon reinziehen lassen. Wie sehr? 10 Jahre... Das ist übrigens ein Grund, warum ich das hier mache, damit du deine Zeit nicht so verschwendest, wie ich.
Psycho-un-logisch (Macht Sinn… bis man genauer hinschaut.)
„Jemand muss mir den Weg zu mir selbst zeigen.“
Klingt doch mega oder? Es gibt so viele Ratgeber, die dir mit Freuden und voller Überzeugung die verrücktesten und längsten Wege der Welt zeigen. Einmal zum Mond, um deinen Heimatplaneten und zurück, wenn du Zeit hast.
Das Ding ist nur: Wenn du den Weg zu „dir“ suchst, wer ist dann eigentlich von „dir“ weggegangen? Du bist ja schon da. Oder nicht? Also ich bin da. Jetzt.
Eine Placebo-Lösung (Hilft irgendwie… aber nicht wirklich.)
„Du musst einfach an dir arbeiten.“
Wahlweise auch „härter, länger oder anders“ an dir arbeiten. Und ja, das hilft, eine Weile. Es beschäftigt, du hast ein Ziel. Nur, dein „Ziel“ bist du selbst? Hä?
Wenn du Pech hast, kommst du an irgendeine Methode mit passendem „Workbook“. Sag doch einfach Arbeitsbuch. Das wäre ehrlich. Dieses Buch arbeitest du von vorne bis hinten durch. Und dein Problem ist immer noch da...
Was hab ich alles ausgefüllt, um meine Berufung zu finden. Die vielen sogenannten „Morgenseiten“ und was ich als Kind alles mochte. Du kennst das sicher.
Und wenn das Arbeitsbuch nicht hilft, dann ein Arbeitsbuch über korrekte Arbeitsbuch-Nutzung? Oder?
Das Natürliche
Ich musste am Ende feststellen, dass ich eigentlich ganz genau wusste, was ich machen wollte, aber ich hab es mir durch viele verschiedene „Glaubenssätze“ nicht zugestanden. Das Buch über das Verändern von Glaubenssätzen hat dabei übrigens nicht geholfen. Und warum hat es nicht geholfen? Weil nicht einzelne Glaubenssätze das Problem sind, sondern die ganze Sammlung von Glaubenssätzen. Diese Sammlung wird nämlich irgendwann zu einem „Ego“, was wir dann für unser „Ich“ halten. Nur brauchst du keine Glaubenssätze, um jetzt hier zu sein.
Wenn du also sagst, du willst Bäcker werden und dann kommen diese ganzen negativen Glaubenssätze, dann kannst du dir sicher sein, dass die gar nichts mit dir zu tun haben. Die wurden dir irgendwann mal beigebracht. Und die hast du so sehr geglaubt, dass sie zu einem Teil von dir wurden.
Hätte ich damals einfach gesagt, ich will etwas mit Tieren und Pflanzen machen, dann hätte ich nur mein Ego mit seinen dummen Glaubenssätzen in eine Zwangsjacke stecken müssen. Fertig. Tiere und Pflanzen haben mich schon immer fasziniert. Das ist meine Berufung. Auch wenn ich jetzt hier irgendwelchen Quatsch über Selbsthilfe und Selbstfindung schreibe.
Und wenn wir es ganz genau nehmen wollen:
Berufung ist nur ein Konzept – erfunden vom... na wer weiß es... vom Ego.
Mach doch einfach, was du liebst, alles andere wird sich ergeben.
Und wenn ein Problem kompliziert erscheint, dann war es am Ende immer ein Ego-Problem. Und die komplizierte Lösung war dann eine Ego-Lösung. Denn was ist einfacher: Jeden einzelnen Glaubenssatz einzeln bearbeiten oder das eine Ding hinterfragen, was ausschließlich aus Glauben besteht?
In weiteren Beiträgen wird das dann sicher immer klarer werden. Für heute muss das reichen.
P.S./Präspoiler: Sowas wie ein „innerer Kritiker“ existiert nicht. Ist das nicht cool? Gilt auch für das innere Kind, den inneren Schweinehund und andere innere Mitbewohner.
(13.05.2026)
